Der Chef des für Spiele wie Mass Effect bekannten Studios Bioware hat in Frage gestellt, ob Spiele in Zukunft nicht ohne oder zumindest mit weniger Kämpfen auskommen können. Laut Greg Zeschuk wolle zwar das Kernpublikum die klassischen Kämpfe, daneben gebe es aber auch weitere potentielle Zielgruppen, die stärker auf Handlung und Story fokussiert seien.
Jugendschützer würde es bestimmt freuen, wenn sich die Spieler eher von Spielen angezogen fühlen, die keine Gewaltdarstellung im Vordergrund haben. Abzuwarten, ob sich diese Einstellung auch in kommenden Produkten von Bioware niederschlagen wird oder ob man doch eher beim gewohnten bleibt und – wenigstens ein gewisses Maß – an Gewalt in die Spiele einbaut.
Mit Gaikai soll ein Service entstehen, bei dem Spiele ohne Nachteile direkt zum User gestreamt werden. Auf Client-Seite bräuchte man dann keinen leistungsfähigen PC mehr, ein Flash-Player würde reichen. Offen ist noch – und das Fragen sich viele Experten – wie das Problem der Eingabeverzögerung gelöst wird. In einem Video (siehe unten) demonstrieren die Macher aber schon eindruckvoll, dass es funktionieren kann, wie sie es versprechen.
Wann diese Technik für Endkunden verfügbar sein wird, ist noch offen – grafisch aufwendige Spiele zum Beispiel auf einem Netbook kommen damit aber in greibare Nähe.
Eigentlich kennt man es nur von World of Warcraft-Spielern, aber Anno 1404 kann extrem fesselnd sein. Es stellt sich – gerade im Endlosspiel – der “nur-noch-5-Minuten”-Effekt ein, den Spieler kennen und schätzen. Dabei bietet Anno 1404 eigentlich simple Zutaten: es geht darum, möglichst erfolgreich eine Siedlung (bzw. mehrere) in einer durch viele Inseln geprägten Welt zu erschaffen und erfolgreich dafür zu sorgen, dass die Bürger von Bauern zu Adeligen aufsteigen.
Doch was sorgt genau dafür, dass man eigentlich nur eine halbe Stunde spielen wollte, Anno einen aber – vorbildlich – nach zwei Stunden daran erinnert, das es vielleicht Zeit für eine Pause sei? Ich denke, es ist der Drang, es noch besser zu machen, oder einen höheren Stand auf dem Goldmünzen-Konto zu erreichen. Außerdem macht es einfach Spaß, wenn man zusehen kann, wie die eigenen Handelswege funktionieren und zu planen, was wo hergestellt wird, damit die Wege nicht zu lang und gefährlich werden.
Es gibt also auch mit USK-6-Freigabe Spiele, die nicht unbedingt zu einem intakten Sozial-Leben beitragen. Wobei Anno 1404 wirklich ein harmloser Vertreter ist – und den meisten Kindern wahrscheinlich auf dauer auch zu komplex.
Gestern Abend wurde es bekannt gegeben: Die Convention X-Treme, die alljährlich in Karlsdorf-Neuthard (Baden-Württemberg) stattfindet, wurde abgesagt. Grund war der Druck, der seitens der Gemeindeverwaltung ausgeübt wurde. Die Gemeinde legte den Veranstalter die Bedingung auf, keine Killerspiele zur Veranstaltung zu dulden. Irritierenderweise wurde nicht nur das FSK16-Spiel Counter-Strike 1.6, sondern auch Warcraft 3 (FSK12) unter diese Kategorie gezählt.
Meine Meinung dazu? Ich finde es eine Frechheit, dass so etwas passiert. Ich sehe in der Auflegung der Gemeindeverwaltung einen ungerechtfertigten Eingriff in die freie Meinungsäußerung, die durch Art. 5 I Grundgesetz geschützt ist. Zur Meinungsäußerung gehören eben nicht nur die klassischen Medien wie TV, Zeitung und Radio. Auch die Ausübung von Computerspielen kann unter dem doch recht weiten Begriff der Meinungäußerung des Art. 5 I GG gezählt werden.
Gerechtfertigt wäre ein Eingriff in das Grundgesetz dann, wenn ein höheres Rechtsgut dadurch geschützt wird. Die Jugend könnte zwar durch diesen Eingriff geschützt werden, allerdings ist dies Aufgabe der FSK/USK – und nicht der Gemeinde. Da dem Jugendschutz schon im Rahmen der Selbstkontrolle genüge getan wird, ist ein Eingriff also nicht gerechtfertigt.
Es ist gruselig, welche Schritte die Gemeinden gehen und sich dabei auf rechtswidrigen Bahnen bewegen.